Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Hauptdarstellerin in den Folgen 1-3

Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon FAN7048 » Di 26.Nov.2019 1:18

Wer wünscht sich das nicht, besonders die männliche Forumsmitglieder hier: Einmal Angelika Meissner persönlich treffen! Leider ist das nicht mehr möglich; Angelika Meissner ist am 10.1.2018 im Alter von 78 Jahren gestorben; am heutigen Tag wäre sie genau 80 Jahre alt geworden.

Einer von uns hat es aber dennoch geschafft, sie bei einem persönlichen Treffen in Berlin kennenzulernen: Kurt Hahn, früher hier anscheinend auch Forumsmitglied, aber noch vor Angelika Meissner am 19.3.2017 verstorben.

martin53 hat geschrieben:...
Ich hatte damals privat Kontakt mit Kurt Hahn (siehe u.a. http://www.marathonziel60.de/hahn.htm) aufgenommen. Kurt Hahn wurde am 15.01.1939 geboren und er hatte nach eigenen Angaben Angelika Meissner persönlich gekannt ...
...
Leider habe ich keinen Kontakt mehr zu Kurt Hahn. Er war früher auch in diesem Forum. Vielleicht ist er inzwischen gestorben?


(Das Zitat ist aus einem Post mit dem Betreff Re:Beerdigung von Angelika Meissner vom 18.2.2018 um 3:18 Uhr)

Angelika ist am 26.11.1939 geboren: Kurt Hahn und sie waren also beide gleichaltrig. Und getroffen hat Kurt Hahn Angelika Meissner erstmals 1959, also im Alter von 20 Jahren.

Von diesem Kennenlernen berichtet Kurt Hahn unter dem Pseudonym Hans Nahkurth in seinem autobiografischen Roman "… und jede war anders" von 1984, der nach meinem Eindruck aber mehr Autobiografie als Roman ist.

Gleich im ersten Kapitel Angelika – Schwärmen für eine Filmschauspielerin beschreibt Kurt Hahn, wie er sie kennenlernte – und ich muss gestehen: Beim Lesen dieser 14 Seiten und 559 Zeilen habe ich wahrscheinlich genau so viel Herzklopfen gehabt wie Kurt Hahn selber bei der Begegnung mit ihr.

Wie ist Kurt Hahn aufmerksam geworden auf die Filmschauspielerin Angelika Meissner? Genau so wie wir hier auch, nämlich indem er irgendwann zum ersten Mal einen Film mit ihr gesehen hat, bei ihm war das Vater braucht eine Frau:

… ich verliebte mich in das Mädchen dort oben auf der Leinwand, die, wie ich dem Filmprogramm entnahm, Angelika Voelkner hieß.
Ich schaute mir den Film drei, vier, fünfmal an, immer nur, um Angelika nochmals zu sehen und zu hören. Ich kannte bald jeden ihrer Schritte, jedes ihrer Worte in dem Film auswendig, und doch wurden die Stunden immer wieder zu einem Erlebnis für mich.
Es dauerte dann einige Zeit, bis ich Angelika in einem neuen großen Film, in "Die Mädels vom Immenhof" zu sehen bekam. Sofort begann das Feuer wieder lichterloh zu brennen. …
Schon nach dem ersten Film, …, hatte ich begonnen, alles, was in Wort und Bild über sie erschien, zu sammeln. Bald schon hatte ich ihr Geburtsdatum erfahren: sie war 10 Monate jünger als ich. Und ich hatte die Adresse erfahren, über die man Angelika erreichen konnte. An jedem Geburtstag schickte ich ihr von nun an eine Kleinigkeit, ohne zunächst meinen Namen anzugeben.


Schließlich erfuhr Kurt Hahn auch Folgendes:

Einem Zeitungsartikel entnahm ich, daß sich die Eltern von Angelika hatten scheiden lassen. Die Mutter von Angelika war offensichtlich ob der Erfolge von Angelika größenwahnsinnig geworden. Sie gab mehr Geld aus als sie hatte, wohnte in den teuersten Hotels und kaufte ein komfortables Haus. Angelika mußte nach der Scheidung den Mädchennamen ihrer Mutter, nämlich Meissner, annehmen.
Als ich dann las, daß die Gage von Angelika jeweils gepfändet wurde, hätte ich Angelika für mein Leben gern in die Arme nehmen, ihr über das Haar streicheln und ihr mein ganzes gespartes Geld geben mögen.

Schließlich fasste Kurt Hahn den wahnwitzigen Plan (er benutzt selbst diese Worte) Angelika in Berlin zu besuchen. Er fuhr aufs Geratewohl von Hamburg nach Berlin und zwar mit dem Fahrrad, was mit Zwischenstation mehrere Tage dauerte; ein Treffen kam aber nicht zustande, weil Angelika zu der Zeit wegen Dreharbeiten gar nicht in Berlin war.

Dann hatte Kurt Hahn aber eine besondere Idee: Er beschrieb seine Reise nach Berlin in einem längeren Manuskript, das auch seinen missglückten Versuch enthielt, Angelika in Berlin zu besuchen, und das mit den Worten schloss: Nun, vielleicht ergibt sich ein anderes Mal die Gelegenheit, Angelika Meissner persönlich kennenzulernen.

Aus diesem Manuskript fertigte Kurt Hahn dann mittels Schreibmaschine Seiten im Buchformat an, klebte auch noch Fotos ein, ließ das Ganze dann bei einem Buchbinder einbinden, und schenkte Angelika dieses selbst hergestellte Buch zu ihrem 19. Geburtstag. Damit hatte er sich ihr gegenüber herausgehoben aus der üblichen Masse ihrer Fans, die ihr damals ja sicher auch viele Briefe geschickt haben werden, in der Regel aber wohl nur mit einer Bitte um ein Autogramm.

Zusammen mit dem Buch schrieb er Angelika auch noch einen längeren Brief, in dem er unter anderem von seinem Beruf erzählte. Er hatte zu dem Zeitpunkt nämlich bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung als Industriekaufmann und arbeitete in einer Firma als Lohn- und Gehaltsbuchhalter. Ich glaube, das Buch und sein bereits vorhandener Beruf waren beides Gründe, warum Angelika Meissner Kurt Hahn ernster genommen hat als ihre anderen Fans, und warum sie dann später auch in ein Treffen mit ihm einwilligte.

Sein Brief enthielt am Ende die Bitte: Deshalb würde ich mich riesig freuen, wenn Sie mir wiederschreiben würden. Aber Sie können versichert sein, daß ich Ihnen auch nicht böse bin, wenn Sie keine Zeit zum Schreiben finden sollten.

Fand Angelika aber! Es kam tatsächlich folgender Antwortbrief:

Lieber Herr Nahkurth!
Sie glauben gar nicht, wie toll ich mich über Ihren Reisebericht etc. gefreut habe! Wirklich, es ist schade, daß es nur so wenig davon gibt. Das Buch ist einfach wunderbar, und überhaupt habe ich mich sehr gefreut. Ich wollte einen langen Brief schreiben, aber keine Zeit! Na, der lange Brief kommt auch noch!
Also vielen Dank; und ich schreibe noch!
Ihre Angelika Meissner


Kurt Hahn bedankte sich postwendend bei Angelika für die netten Zeilen und schrieb dabei auch, dass er sie im September des Jahres gern einmal besuchen kommen würde, wenn es ihr recht sei; er würde ihr dann noch rechtzeitig Bescheid geben. Nach einigen Monaten, es war August geworden, schrieb er Angelika dann auch wegen des Besuchs, bekam aber keine Antwort. Er war zunächst ratlos wie es nun weitergehen sollte.

Da kam mir d e r Gedanke! Im Berliner Telefonbuch suchte und fand ich die Telefonnummer von Angelikas Vater (ihre eigene war natürlich wegen der Popularität dort nicht abgedruckt). Selbstbewußt bat ich ihn um die Telefonnummer seiner Tochter. ...und er gab sie mir durch!
Am 14. September drehte ich in einer Telefonzelle im Selbstwählferndienst mit beträchtlichem Herzklopfen die mir angegebene Nummer. Es meldete sich jemand mit einer ganz entzückenden Stimme, die nur Angelika gehören konnte, aber vorsichtshalber sagte ich:

"Guten Tag, ich möchte gerne Fräulein Meissner sprechen!"
"Am Apparat!" tönte es aus dem Telefonhörer zurück.


Nachdem Kurt Hahn alias Hans Nahkurth fast die Worte weggeblieben wären, jetzt Angelika persönlich zu ihm sprechen zu hören, brachte er schließlich heraus:

"Hier ist Nahkurth, Hamburg! Fräulein Meissner, ich habe Sie jetzt schon in so vielen Filmen gesehen und nun habe ich den – verständlichen – Wunsch, Sie auch einmal persönlich kennenzulernen. Ist das wohl möglich?"
"Guten Tag, Herr Nahkurth, Sie sind es," kam es zurück.
"Sie sind mir ja kein Unbekannter mehr. Sind Sie jetzt in Berlin?"
"Nein, ich rufe aus Hamburg an!"
"Aha, ja also, wenn Sie in Berlin sind, können Sie mich gerne mal besuchen. Meine Adresse und meine Telefonnummer haben Sie ja!"

Ich war meinem Wunschtraum, Angelika persönlich kennenzulernen, einen bedeutenden Schritt nähergekommen. So fragte ich nur noch:
"Und wann darf ich Sie mal besuchen kommen?"
"Na, jederzeit! Wenn Sie in Berlin sind, rufen Sie kurz vorher an!"
"Vielen Dank, Fräulein Meissner, ich freue mich schon, auf Wiederhören!"
Überaus glücklich kam ich aus der Telefonzelle heraus. Ich ging wie auf Wolken nach Hause. Dort packte ich meine Koffer und am Abend war ich reisefertig.
Am nächstem Morgen fuhr ich mit der Bundesbahn nach Berlin...Ich quartierte mich in einer Hotel-Pension ein…


Am nächsten Tag, es herrschte strahlendes Sommerwetter, rief Kurt Hahn Angelika wieder von einer Telefonzelle aus an und erreichte sie auch sofort. Nach einigem Hin- und Her-Überlegen – Angelika musste nämlich schon am nächsten Tag für einige Wochen zu Dreharbeiten nach München fliegen – willigte Angelika in ein spontanes Treffen im Café Berlin am Kurfürstendamm ein, um 13 Uhr, nur zwei Stunden nach dem Telefonat. Sie erlaubte Kurt Hahn sogar auf dessen Bitte hin, seinen Fotoapparat mitzubringen.
Zügig bereitete sich Kurt Hahn auf das Treffen vor und kaufte auch noch ein kleines Geschenk für Angelika, einen Kasten Pralinen.

Um 12:30 Uhr fuhr er mit einem Taxi zum Café Berlin und setzte sich dort an einen Tisch direkt am Eingang, wo er alles überblicken konnte, und bestellte sich etwas. Aber Angelika kam nicht gleich. Es wurde eins und es wurde Viertel nach eins.

Ich merkte, daß ich auf meinem Platz meiner Nervosität langsam nicht mehr Herr wurde.

So wartete ich weiter und hoffte auf ein Wunder, das alles aufklären würde.
… Und das Wunder geschah, denn plötzlich sah ich eine schlanke, junge Dame auf den Eingang des Cafés zukommen. Ohne Zweifel, das war Angelika. …
Es schien mir irgendwie unwirklich, daß es tatsächlich Angelika war, die dort hereinkam. Und doch war sie es. Es kam mir vor, als wäre sie von einem Lichtschein umgeben. So müssen einem Engel erscheinen! Es schien mir, als würde die Sonne in diesem Moment heller strahlen, als Angelika sonnengebräunt auf mich zukam. Sehr chic sah Angelika aus in ihrem hellblauen Pullover und der enganliegenden weißen Hose.
Freudig ging ich auf Angelika zu und begrüßte sie. Dann stellte sie mir ihre Begleiterin vor, eine Dame in den mittleren Jahren. Wir setzten uns an den Tisch.
"Bitte schön, Fräulein Meissner, als Reiseverpflegung für morgen", sagte ich und übergab ihr den Kasten Pralinen.
"Danke schön, Herr Nahkurth", sagte Angelika lächelnd.
"Möchten Sie etwas essen?" fragte ich.
"Nein, wir kommen gerade vom Essen", meinten Angelika und ihre Begleiterin, "aber einen Kaffee würden wir gern trinken."
Ich bestellte ihn.
Angelika bat ihre ältere Freundin um eine Zigarette. Oh je, Angelika rauchte! Damit hatte ich nicht gerechnet.
"Nur jetzt!" erklärte sie, denn sie hatte wohl meinen überraschten Blick bemerkt.


Nachdem Kurt Hahn ihr Feuer gegeben hatte (er selbst rauchte damals nicht), kam das Gespräch langsam in Gang:

"Nun ist es endlich soweit, daß ich Sie persönlich sprechen kann und jetzt weiß ich gar nicht, was ich sagen soll" brachte ich schließlich ehrlich heraus.
"Das geht den meisten zuerst so", meinte Angelika da sehr nett.
Durch die Natürlichkeit und das selbstsichere Auftreten Angelikas und nicht zuletzt auch durch ihre freundliche Begleiterin gewann ich mein Selbstvertrauen allmählich zurück und wir unterhielten uns dann sehr nett.
"Wissen Sie, Fräulein Meissner", sagte ich, "am meisten habe ich mich ja gewundert, daß Sie, als ich beim ersten Anruf aus Hamburg meinen Namen nannte, gleich Bescheid wußten; Sie bekommen doch sicherlich viele Briefe!"
"Man sucht sich die Menschen eben aus!" meinte Angelika da vielsagend, was mich natürlich sehr glücklich machte.

"Reisen Sie eigentlich gern, Fräulein Meissner?" fragte ich sie.
"Nein!" antwortete sie mir etwas traurig auf meine Frage. "Länger als drei Wochen halte ich es eigentlich nirgends ohne Heimweh nach Berlin aus; aber das Reisen gehört nun mal zu meinem Beruf. Ich habe schon in mehreren Städten gewohnt, in Hannover, München und auch in Hamburg; aber es zieht mich doch immer wieder in das bestimmte Fluidum Berlins zurück!" Das kann man verstehen, auch wenn man kein Berliner ist, denn Berlin ist wirklich eine herrliche und besondere Stadt.
Wir sprachen hier im Café Berlin noch über Politik, Mieten und hohe Baukostenzuschüsse, und über alles hatte Angelika eine feste Meinung, wenn diese auch nicht immer mit meinen Ansichten übereinstimmte. "Übrigens war ich gestern auf dem Berliner Oktoberfest", erzählte Angelika schließlich, "und da ich gern und auch ziemlich gut schieße, habe ich wieder etwas für meinen Stofftier-Zoo geschossen. Ich habe jetzt schon so viele Tiere, daß ich für zwei noch nicht einmal einen Namen habe!"
Ich lächelte Angelika an und sog jedes ihrer Worte förmlich in mir auf.
Ich nahm mir fest vor, ihr bei nächster Gelegenheit auch ein kleines Stoff­tier zu schenken.
"Haben Sie auch lebende Tiere?" fragte ich sie.
"Nein, das hat bei meinem häufigen Wohnen in Hotels keinen Sinn", meinte sie. "Das Tier würde dann nur mal durch den Hotelboy nach unten geführt werden. Ich selbst wäre den ganzen Tag über ja nicht da !" "Aber Sie haben doch Tiere gern, nicht wahr?"
"Ja sehr!" bestätigte Angelika mir. Darüber freute ich mich, denn Men­schen, die tierlieb sind, sind meiner Meinung nach gute Menschen.
"Zu Hause haben wir einen kleinen Wellensittich", erzählte ich.
"]a , einen Vogel habe ich auch", sagte Angelika.
"Einen nur?" fragte ihre Freundin ironisch, während ich ganz ernsthaft nachfragte: "Sie haben auch einen Vogel?"
"]a, hier", erwiderte Angelika und zeigte lachend auf ihre Stirn.
"Ach, so meinen Sie", sagte ich schmunzelnd. "Na ja, einen kleinen Vogel hat ja wohl jeder Mensch!"
"Das meine ich auch; ich finde sogar, ein 'Vogel' bildet erst den besonderen Charakter eines Menschen", begann Angelika zu philosophieren.
Mit jeder Minute wurde mir Angelika liebenswerter. Sie sah aber auch reizend aus und war dazu noch so nett, daß sich jeder Mensch in sie ver­lieben mußte. Humor besaß sie offensichtlich auch; was sollte man sich bei ihr noch mehr wünschen!
"Haben Sie Zeit, mit zu den Wannsee-Terrassen zu fahren?" fragte Angelikas Freundin. Natürlich hatte ich.
Nachdem ich den immer noch vor dem Cafe wartenden Taxifahrer abbestellt hatte, gingen wir zu einem weißen Volkswagen, den Angelika anschließend fuhr.
Ich fragte Angelika, als ich sie Anstalten machen sah, sich hinter das Steuer zu setzen:
"Kann man sich Ihnen auch anvertrauen, Fräulein Meissner?"
Statt einer Antwort, warf mir Angelika einen Blick zu, der zu bedeuten schien: Ich werde es Ihnen schon zeigen, daß ich fahren kann. Und sie zeigte es dann auch: Sie fuhr ziemlich schnell.
"Halten Sie sich vorn am Griff fest, wenn ich Ihnen zu schnell fahre", rief Angelika mir lächelnd zu.
Einmal überholte sie einen "Verkalkten", wie sie sagte, leichtsinnigerweise auf der rechten Seite.
...
Bei den Wannsee-Terrassen parkte Angelika den Wagen. Zielstrebig ging sie durch das Lokal auf die Terrasse und wir, Angelikas ältere Freundin und ich, folgten ihr. Von der Terrasse aus hatte man einen wunderschönen Blick über den Wannsee. Die Sonne schien vom Himmel, der postkartenblau war.
"Fast wie an der Alster, nicht wahr?" fragte Angelika und sah mich dabei schief von der Seite an.
"Na ja, aber die Alster ist es eben doch nicht", entgegnete ich und um sie etwas zu necken, fügte ich noch hinzu: "So etwas, wie die Alster hat Berlin nun mal nicht!"
"Dafür doch aber den Wannsee", sagte Angelika da sehr temperamentvoll, so daß ich mich beeilte, ihr zu bestätigen, daß es sehr schön hier am Wannsee sei, was natürlich auch der Wahrheit entsprach.
Angelika erzählte von ihrem neuen Film und ich berichtete über meine Arbeit. Angelika meinte lächelnd:
"Ich würde sicherlich keine gute Lohnbuchhalterin abgeben!"
"Du würdest jedem tausend Mark zu viel auszahlen", warf die Freundin ein.
"Zu viel? ... zu wenig natürlich", rief Angelika ganz entrüstet und lachte schelmisch dabei.
"Wenn das so ist, dann bleib' du man lieber beim Film", sagte da die Freundin zu Angelika.
...
Wir sprachen noch über viele Dinge. Ja, man konnte sich wunderbar mit Angelika unterhalten und als sie fragte, ob ich von ihr enttäuscht sei, ob sie zu frech sei, da konnte ich ihr aus voller Überzeugung sagen, daß das Gegenteil der Fall sei.
Die Gelegenheit war günstig! Ich fragte Angelika, ob ich jetzt ein paar Aufnahmen von ihr machen könne. Sie stimmte zu und setzte sich sogleich in Positur. ... die Fotos wurden sehr schön. Angelikas Freundin fotografierte uns zusammen auch zweimal, so daß ich später mit diesen Fotos - die berühmte Filmschauspielerin Angelika Meissner und ich - mächtig angeben konnte.
Anschließend fuhr uns Angelika über die Avus wieder zurück zum Kurfürstendamm, wo sie noch die Flugkarten für morgen aus einem Reisebüro abholte. Soweit ich erkennen konnte, sollte ihr Flugzeug morgen um 9.30 Uhr abfliegen.
Nun war der Zeitpunkt gekommen, da wir uns verabschieden mußten.
Angelika gab mir die Hand und sagte: "Auf Wiedersehen und vielen Dank!"
"Ganz meinerseits, Fräulein Meissner, und wenn Sie einmal wieder nach Hamburg kommen sollten, meine Adresse haben Sie ja ... "
Auch bei der Begleiterin Angelikas bedankte ich mich. Sie wünschte mir noch viel Spaß in Berlin und sagte:
"Wenn Sie wieder einmal in Berlin sind, können Sie gern auch wieder anrufen!"
Dann fuhren sie davon.
Angelika war wirklich wunderbar gewesen. Meine optimistischsten Erwartungen waren übertroffen worden. Wie mit einer guten Freundin hatte ich mit ihr sprechen können. Es war, als wenn wir uns schon jahrelang kennen würden.
...
Über vieles hatte ich mit Angelika sprechen können, nur das eine, daß ich sie nämlich sehr gern hatte, das hatte ich nicht herauszubringen vermocht.
...
Am nächsten Morgen erinnerte ich mich, daß Angelika heute vom Flughafen Tempelhof nach München abfliegen wollte. Vielleicht konnte ich sie noch einmal sehen! Mit einer Taxe fuhr ich zum Flughafen und tatsächlich traf ich Angelika noch an. Jetzt waren wir ja sozusagen schon alte Bekannte.
"Ach, Herr Nahkurth, sind Sie zufällig hier?" fragte Angelika. "Nein, Fräulein Meissner, ich hatte gelesen, wann Sie abfliegen!"
Da - wie gesagt - in den Filmzeitschriften zu lesen stand, daß die Gagen von Angelika wegen der Schulden, die ihre Mutter gemacht hatte, gepfändet wurden, hatte ich mein erspartes Geld in Höhe von zweihundert Mark vom Postsparbuch abgehoben und wollte es jetzt Angelika mit den Worten: "Für Sie, bitte!" in die Hand drücken. Doch Angelika sagte:
"Nein, bitte nicht, sonst werde ich böse!" So nahm ich das Geld wieder an mich.
Ich sagte Angelika noch einmal "Auf Wiedersehen" und wünschte ihr einen guten Flug.
"Auf Wiedersehen, Herr Nahkurth, und vielen Dank", sagte Angelika und gab mir rasch einen Kuß auf die Wange.
Ich war selig, war im siebten Himmel, ging wieder einmal wie auf Wolken und nahm kaum noch etwas um mich herum wahr.


So flog das Flugzeug mit Angelika Meissner ab nach München und Kurt Hahn war allein in Berlin. So kam es ihm jedenfalls vor. Er lief durch die Straßen,

aber etwas fehlte in der Stadt, machte sie leer, ließ den Zauber, der für mich auf ihr geruht hatte, verschwinden und ließ Berlin wieder zu einer normalen Stadt werden, zu einer schönen, aber eben doch zu einer normalen Stadt, mit Straßen und Häusern, klingelnden Straßenbahnen und rasenden Autos. Es war mir, als ob der Brillant aus einem wertvollen Ring herausgefallen wäre, der Ring war noch da - ich war noch in Berlin - aber was ist ein Ring ohne den dazugehörigen Brillanten. Das schönste, das wunderbarste Mädchen Berlins war nicht mehr in Berlin. Angelika war weit weg von hier nach München geflogen.

Soweit die Schilderung von Kurt Hahn. Am schönsten fand ich die Stelle, wo er schreibt:

Es kam mir vor, als wäre sie von einem Lichtschein umgeben. So müssen einem Engel erscheinen! Es schien mir, als würde die Sonne in diesem Moment heller strahlen, als Angelika sonnengebräunt auf mich zukam.

Und deshalb verlinke ich hier zum Schluss auch ein Musikvideo auf Youtube, in dem es ebenfalls um die Sonne und das Licht geht, das wir uns alle im Herzen bewahren sollen.

Liebe und Licht besonders für Dich Angelika, wo immer Deine Seele jetzt auch sein mag!

Video: Graziano mit Tochter Beatrice - Fang das Licht (Musikvideo)
Kanal: Melodie TV
Link: https://youtu.be/7QaeshoamgM

Liebe Grüße an alle!
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon Pony-Fan » Mi 27.Nov.2019 21:57

Vielen herzlichen Dank für deine Mühe! Ein wirklich toller Bericht von Kurt Hahn. Gehe ich richtig davon aus, dass dies sein kompletter Bericht über diese Begegnung ist und er nicht noch mehr über Angelika Meissner in seinem Buch schreibt?
LG
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon FAN7048 » Mi 27.Nov.2019 22:55

Pony-Fan hat geschrieben:... Gehe ich richtig davon aus, dass dies sein kompletter Bericht über diese Begegnung ist und er nicht noch mehr über Angelika Meissner in seinem Buch schreibt?


Das weiß ich noch nicht. Ich bin noch beim Lesen des Buchs; es hat 368 Seiten. Wenn da noch was kommt, berichte ich natürlich.

Noch interessanter wäre aber das unveröffentlichte Manuskript von Kurt Hahn, das im Zeitblatt-Immenhof-Heft als Quelle für den Abschnitt über Angelika Meissner genannt wird. Kennt das aus dem Forum irgendjemand?

Dass es ein solches Manuskript überhaupt gibt, deutet für mich darauf hin, dass Kurt Hahn auch nach seinem ersten Rendevouz mit Angelika Meissner noch Kontakt mit ihr gehabt hat, und sie also wahrscheinlich auch noch öfter persönlich getroffen hat.


martin53 hat geschrieben:...
Ich hatte damals privat Kontakt mit Kurt Hahn (siehe u.a. http://www.marathonziel60.de/hahn.htm) aufgenommen. Kurt Hahn wurde am 15.01.1939 geboren und er hatte nach eigenen Angaben Angelika Meissner persönlich gekannt ...


Frage an @martin53: Kannst Du uns noch Näheres über deinen Kontakt zu Kurt Hahn verraten, insoweit dies seine Bekanntschaft mit Angelika Meissner betrifft? Hat er dir gegenüber überhaupt irgendetwas Näheres zu seinem Kontakt zu Angelika mitgeteilt, außer daß er sie gekannt hat? Hast du oder irgendjemand anderes hier im Forum jemals die Fotos gesehen, die während des ersten Rendezvous der beiden gemacht wurden?

Liebe Grüße
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon Charly1955 » Do 28.Nov.2019 19:25

Hallo FAN7048,

vielen, vielen lieben Dank für den Bericht und Deine Mühe das Ganze hier im Forum niederzuschreiben.
Ich war sehr berührt hier im Forum zu lesen, wie das Treffen des Herrn Kurt Hahn mit Angelika Meissner verlaufen ist. Viel persönliches zu der Person Angelika Meissner konnte man bis jetzt ja nicht in Erfahrung bringen. Um so schöner zu erfahren, dass das damalige Treffen von Kurt Hahn und ihr wohl sehr harmonisch verlaufen ist; von Starallüren keine Spur!

LG
Charly
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon FAN7048 » Do 05.Dez.2019 1:04

Ich hatte Kurt Hahn wie folgt zitiert:

FAN7048 hat geschrieben:Freudig ging ich auf Angelika zu und begrüßte sie. Dann stellte sie mir ihre Begleiterin vor, eine Dame in den mittleren Jahren. Wir setzten uns an den Tisch.

Wer war diese geheimnisvolle Dame mittleren Alters? Kurt Hahn erwähnt ihren Namen nirgendwo in seinem Buch.

Meine Vermutung: Das war wahrscheinlich Angelikas Managerin Ada Tschechowa. Ada Tschechowa wurde im Jahr 1916 geboren, war 1959, als das Rendezvous stattfand, also 43 Jahre alt. Das könnte vom Alter her passen.

Zu Ada Tschechowa hatte ich schon einmal etwas gepostet:

viewtopic.php?f=5&t=2645

Liebe Grüße
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon martin53 » Mo 16.Dez.2019 4:04

FAN7048 hat geschrieben:
Pony-Fan hat geschrieben:... Gehe ich richtig davon aus, dass dies sein kompletter Bericht über diese Begegnung ist und er nicht noch mehr über Angelika Meissner in seinem Buch schreibt?


Das weiß ich noch nicht. Ich bin noch beim Lesen des Buchs; es hat 368 Seiten. Wenn da noch was kommt, berichte ich natürlich.

Noch interessanter wäre aber das unveröffentlichte Manuskript von Kurt Hahn, das im Zeitblatt-Immenhof-Heft als Quelle für den Abschnitt über Angelika Meissner genannt wird. Kennt das aus dem Forum irgendjemand?

Dass es ein solches Manuskript überhaupt gibt, deutet für mich darauf hin, dass Kurt Hahn auch nach seinem ersten Rendevouz mit Angelika Meissner noch Kontakt mit ihr gehabt hat, und sie also wahrscheinlich auch noch öfter persönlich getroffen hat.


martin53 hat geschrieben:...
Ich hatte damals privat Kontakt mit Kurt Hahn (siehe u.a. http://www.marathonziel60.de/hahn.htm) aufgenommen. Kurt Hahn wurde am 15.01.1939 geboren und er hatte nach eigenen Angaben Angelika Meissner persönlich gekannt ...


Frage an @martin53: Kannst Du uns noch Näheres über deinen Kontakt zu Kurt Hahn verraten, insoweit dies seine Bekanntschaft mit Angelika Meissner betrifft? Hat er dir gegenüber überhaupt irgendetwas Näheres zu seinem Kontakt zu Angelika mitgeteilt, außer daß er sie gekannt hat? Hast du oder irgendjemand anderes hier im Forum jemals die Fotos gesehen, die während des ersten Rendezvous der beiden gemacht wurden?

Liebe Grüße
FAN7048


Lieber FAN7048,
vielen Dank für deine Mühe, uns aus dem Buch "… und jede war anders" von Kurt Hahn zu zitieren. Das ist wirklich eine tolle Geschichte. Ich hoffe, du findest für uns noch weitere Geschichten über Angelika und gibst sie hier an uns weiter.
Leider habe ich mit Kurt Hahn nicht lange Kontakt gehabt und auch nicht viel von ihm über Angelika erfahren. Ich wollte ihn immer mal in Hamburg besuchen, aber dann erfuhr ich hier im Forum, dass er gestorben ist.
Viele liebe Grüße
Martin
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon FAN7048 » Mo 16.Dez.2019 17:30

Danke an @martin53 für deine Information zu deinem Kontakt mit Kurt Hahn.

Ich habe inzwischen weiter in Kurt Hahns Buch ... und jede war anders gelesen und kann schon verraten: Es gab noch einen weiteren persönlichen Kontakt zwischen den beiden, aber nur einen, nämlich an Angelikas 21. Geburtstag 1960, an dem Kurt Hahn sie noch einmal persönlich in Berlin besucht hat. Da hatte er aber leider schon vorher innerlich mit ihr abgeschlossen, was aber nicht an Angelika lag.

Ich werde dazu noch einen Post machen, der wahrscheinlich ähnlich lang werden wird wie mein erster Post zu diesem Thema. Ich komme im Moment noch nicht dazu, da ich gerade sehr viel zu tun habe; dieses Jahr wird es aber noch werden.

Liebe Grüße an alle, besonders an @martin53
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon martin53 » Mo 16.Dez.2019 18:16

FAN7048 hat geschrieben:Danke an @martin53 für deine Information zu deinem Kontakt mit Kurt Hahn.

Ich habe inzwischen weiter in Kurt Hahns Buch ... und jede war anders gelesen und kann schon verraten: Es gab noch einen weiteren persönlichen Kontakt zwischen den beiden, aber nur einen, nämlich an Angelikas 21. Geburtstag 1960, an dem Kurt Hahn sie noch einmal persönlich in Berlin besucht hat. Da hatte er aber leider schon vorher innerlich mit ihr abgeschlossen, was aber nicht an Angelika lag.

Ich werde dazu noch einen Post machen, der wahrscheinlich ähnlich lang werden wird wie mein erster Post zu diesem Thema. Ich komme im Moment noch nicht dazu, da ich gerade sehr viel zu tun habe; dieses Jahr wird es aber noch werden.

Liebe Grüße an alle, besonders an @martin53
FAN7048


Hallo FAN7048!
Jetzt, wo du davon schreibst, erinnere ich mich, dass Kurt Hahn mir damals geschrieben hatte von einem Treffen mit Angelika Meissner an ihrem Geburtstag. Aber ich hatte es vergessen, um welchen Geburtstag es sich handelte. Aber Einzelheiten hatte ich von ihm nicht erfahren. Deswegen bin ich sehr gespannt, was du uns in deinem nächsten Post dazu schreiben wirst. Aber mach dir keinen Stress. Gut Ding will Weile haben …
Liebe Grüße und frohe Weihnachten wünsche ich allen Immenhof-Fans!
Martin
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon Andrea1984 » Mo 16.Dez.2019 23:54

Ich freue mich sehr darüber, was hier zu Angelika Meissner und Kurt Hahn zu lesen ist.
Das Treffen muss ja toll gewesen sein.

Wie ist das zu verstehen, er habe innerlich mit ihr abgeschlossen?
Ich bin so gespannt, was er noch mit Angelika Meissner erlebt hat.
"Walzer .... Walzer hätt' ich auch gekonnt."
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon FAN7048 » Di 17.Dez.2019 2:06

Andrea1984 hat geschrieben:Wie ist das zu verstehen, er habe innerlich mit ihr abgeschlossen?


Kurt Hahn liebte Angelika nicht mehr. Es gab inzwischen eine andere. :-(

Liebe Grüße
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon Andrea1984 » Di 17.Dez.2019 11:11

Achso.
Er hat soviel für sie getan und sie hat das angenommen.
Heutzutage wäre das Verhalten eines Mannes undenkbar.
"Walzer .... Walzer hätt' ich auch gekonnt."
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon Jojo » Di 17.Dez.2019 13:02

Andrea1984 hat geschrieben:(...)
Heutzutage wäre das Verhalten eines Mannes undenkbar.

Andrea, wie meinst du DAS denn???
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon Andrea1984 » Di 17.Dez.2019 19:01

Er schreibt ihr einen Brief, reist ihr hinterher, ruft sie am etc.
Das wäre beinahe Stalking.
Wenn ich eine berühmte Persönlichkeit wäre, würde ich das wahrnehmen.
"Walzer .... Walzer hätt' ich auch gekonnt."
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Ein Rendezvous mit Angelika Meissner: Die Fortsetzung

Beitragvon FAN7048 » Mo 30.Dez.2019 0:25

Enthält Kurt Hahns Buch „...und jede war anders“ nach der Beschreibung seines Rendezvous mit Angelika Meissner noch weitere Informationen über Angelika? Das war die Frage, und die Antwort lautet: Ja, das ist tatsächlich der Fall.

Wie ging es also weiter nach ihrer ersten persönlichen Begegnung am 16.9.1959?

Zunächst trat Kurt Hahn im Januar 1960 eine neue Stellung beim Verlagshaus Axel Springer an. Unter seinen neuen Kollegen war auch eine junge Frau von 19 Jahren; in seinem Buch nennt er sie Elke Lorenzen – ob es ihr wirklicher Name ist, sei dahingestellt, denn Kurt Hahn bezeichnet sein Buch ja als Roman. Elke war nur einen Monat vor Kurt Hahn eingestellt worden, also im Dezember 1959.

An dieser Elke fand Kurt Hahn nun im Laufe der Zeit ein immer größeres Gefallen – bis er (auf sie) fiel.

Auf Seite 21 beschreibt er sie zunächst vergleichend mit Angelika:

Elke war ein hübsches Mädchen. Der Filmschauspielerin Angelika Meissner glich sie allerdings ganz und gar nicht. Wohlproportioniert, das war eigentlich der richtige Ausdruck für Elkes Figur. Elkes Vater war Schlachtermeister von Beruf, und das erklärt vielleicht schon einiges. Sie war etwa 1, 70 bis 1, 72 cm groß, hatte gefällige Kurven und überraschend schlanke Beine. Was Elke besonders auszeichnete war ihr erstaunlich guter Geschmack in Bezug auf Kleidung und Frisur. Während Angelika ein sonnengebräuntes, immerfort zu lustigen Streichen aufgelegtes Mädchen zu sein schien, war Elke eher eine etwas bleiche, ernste und zurückhaltende junge Dame.

Auf Seite 23 heißt es dann zunächst noch:

Als nette Kollegin hatte ich Elke allmählich schätzen gelernt, doch wenn ich Elke mit Angelika verglich - ich hätte mich zu diesem Zeitpunkt immer für Angelika entschieden.
Durch gelegentliche Telefongespräche mit Angelika, die immer noch beträchtliches Herzklopfen bei mir verursachten, war der Kontakt mit Angelika nie abgerissen.

Irgendwann erzählte Kurt Hahn Elke auch, dass er die ziemlich berühmte Schauspielerin Angelika Meissner (wie er sich Elke gegenüber ausdrückte) in Berlin besucht habe und zeigte Elke die Fotos von Angelika, die er in Berlin von ihr gemacht hatte. Doch Elke interessierte sich überhaupt nicht für Filme und Filmschauspieler und kannte deshalb auch Angelika Meissner nicht. Die Fotos beeindruckten sie also in keiner Weise.

Kurt Hahn schloss sich in den nun folgenden Wochen immer mehr an Elke an, sprach im Büro viel mit ihr und begleitete sie abends nach Büroschluss stets nach Hause. Eines Abends war Elke aber ohne ihn aus dem Büro gegangen, ohne dass er dies bemerkt hatte. Er musste sich eingestehen (Seite 30):

Jetzt merkte ich plötzlich, wie sehr ich sie schon ins Herz geschlossen hatte, wie sehr sie mir fehlen täte, wäre sie plötzlich nicht mehr da. Und von diesem Augenblick an zog ich Elke Angelika vor.

Bald darauf hängte er auch das Foto Angelikas über seinem Bett ab und ersetzte es durch ein Foto von Elke aus der Betriebszeitung, das er sogar extra einrahmen ließ (Seite 41).

Zu Kurt Hahns großer Enttäuschung reagierte Elke auf sein immer stärker werdendes Werben vollkommen abweisend. Er konnte aber trotzdem nicht von ihr ablassen. Im Gegenteil. Er verrante sich immer mehr in seine Liebe zu Elke, besser gesagt: zu ihrem Körper.

Sein rasendes Verlangen machte ihn zunächst zum Stalker; er kletterte an der Rückwand ihres Wohnhauses hoch, um von außen einen Blick durch ihr Fenster werfen zu können. Dabei wurde er ertappt, von Polizisten festgenommen und auf einem Polizeirevier von einem Kommissar verhört. Kurt Hahn konnte sich aber einigermaßen herausreden und die ganze Sache ging in diesem Fall noch relativ glimpflich für ihn aus.

Später war das nicht mehr so. Er verlor seine Arbeitstelle beim Springer Verlag, weil er sogar tätlich übergriffig gegen Elke wurde: Eines Tages riß er sie auf der Straße zu Boden und warf sich auf sie. Die weiteren traurigen Details bei dieser Tat erspare ich mir und euch an dieser Stelle. Und selbst danach, als ihm auch von dritter Seite deutlich klar gemacht wurde, dass es so nicht mit ihm weitergehen könne, brauchte er noch bis 1965, um sich innerlich endgültig von Elke zu lösen. Er sprach sie auch jahrelang nach diesem extremen Vorfall noch öfters auf der Straße an!

Seine weitere persönliche Entwicklung, besonders was seine noch folgenden Frauen-Beziehungen anbetrifft, die er in seinem Buch ausführlichst beschreibt, decke ich hier mal mit dem Mantel des barmherzigen Schweigens zu. Sein Buch würde ich Jugendlichen auf keinen Fall in die Hand geben.

Mitten hinein in diese traurige Entwicklung mit Elke fiel der 21. Geburtstag von Angelika. In einem Einschub im Buchkapitel über Elke berichtet Kurt Hahn auf Seite 51ff über seinen Geburtstagsbesuch bei Angelika, den er an den Anfang eines Urlaubs gelegt hatte:

Angelikas 21. Geburtstag stand bevor. Aus diesem Grund fuhr ich wieder nach Berlin. Doch wie anders war die Situation jetzt gegenüber meinem letzten Besuch bei Angelika. Ich würde das Mädchen aus vielen Wunschträumen wiedersehen! Aber obwohl dem so war, war ich in Gedanken stets nur bei Elke. Der Reiz des Neuen, des »das Unmögliche möglich machens«, fehlte diesmal. Elke ließ mich einfach nicht los. Ich hätte Elke küssen, sie an mich drücken mögen. Wenn es doch nur ein Mittel gäbe, womit ich Elke für mich gewinnen könnte.

Ich mußte in Berlin so sehr an Elke denken, daß ich mich schon fast dazu aufraffen mußte, Angelika an ihrem Geburtstag morgens um zehn Uhr anzurufen. Ich sagte ihr am Telefon, daß ich herzlichst gratuliere, und daß ich meinen Glückwunsch gern auch noch persönlich aussprechen möchte. Sie war mit meinem Besuch in einer Stunde einverstanden.

In Hamburg hatte ich für Angelika schon ein Stofftier gekauft. Hier in Berlin kaufte ich noch eine Flasche Cognac und eine Flasche Wermut sowie sieben Rosen. Damit schwer bepackt erschien ich bei Angelika.

Der erste Eindruck, nachdem Angelika mir geöffnet hatte: Sie schien seit der ersten Begegnung vor einem Jahr noch zierlicher geworden zu sein. Ich begrüßte sie herzlich. Angelika führte mich in die Stube, wo ich ihre Freundin, ein etwa gleichaltriges junges Mädchen, begrüßte. Dann schenkte uns Angelika vom mitgebrachten Cognac ein. Ja, und dann unterhielten wir uns über alles Mögliche. Ich erfuhr, daß Angelika als letztes in dem Film als Hauptdarstellerin mitgewirkt hatte, zu dem sie damals - während meines ersten Besuches - nach München geflogen war
(Das kann nur der Film Hubertusjagd gewesen sein, FAN7048). Im Moment habe sie nichts zu tun, erzählte sie mir, und zum Theaterspielen habe sie keine Lust, wegen der Cliquenwirtschaft, die dort herrsche.

Zu vorgerückter Stunde erzählte ich Angelika auch von Elke. Sie hörte mir aufmerksam zu und sagte dann das, was ich so gern von Elke gehört hätte: »Da kann das junge Mädchen doch stolz drauf sein, daß Sie sich so um sie bemühen. Ich finde es albern, daß ihre Bekannte sich so anstellt. Nun ist sie untröstlich, nicht?« Ich konnte Angelika das nur bestätigen und sprach dann die Hoffnung aus, daß vielleicht alles anders sei, wenn ich aus dem Urlaub zurückkomme.

Ich fragte Angelika, wie es denn bei ihr sei, ob sie nicht bald heiraten wolle, sie sei ja nun auch schon einundzwanzig Jahre alt.
(Anmerkung für die Jüngeren im Forum: Damals lag das Volljährigkeitsalter noch bei 21 Jahren, FAN7048)

Angelika entgegnete lächelnd: » Mit einundzwanzig darf man schon heiraten, ja?« Dann wurde sie ernster und sagte: »Zum Heiraten gehören immer zwei! Das Heiraten an sich ist auch das Wenigste, aber nachher das Zusammenbleiben ..... !«

Nachdem ich erneut einige Fotos gemacht hatte, verabschiedete ich mich wieder. Ich sagte: »Ich will Sie nicht zu lange aufhalten, Fräulein Meissner , denn Sie werden sicherlich Ihren Geburtstag, der doch recht bedeutsam für Sie ist, heute nachmittag noch ausgiebig feiern wollen!« Angelika entgegnete mir: »]e bedeutsamer etwas ist, desto weniger Aufhebens sollte man davon machen. Trotzdem, mein Vater wird heute Nachmittag noch kommen.«
Wir gingen die Treppe hinunter, der Besuch bei Angelika war beendet.

Seitdem habe ich nur noch hin und wieder von Angelika gehört oder gelesen, oder sie in ihren früheren Filmen im Fernsehen gesehen. Bald nach meinem Besuch ist sie umgezogen - sie hatte es mir während meines Besuches schon angekündigt. Ihre Adresse und ihre Telefonnummer änderten sich also. In neuen Filmen war sie nicht mehr zu sehen, denn sie hatte einen anderen Beruf ergriffen. So riß die persönliche Verbindung zu Angelika Meissner leider völlig ab.


Einige Jahre später erfuhr Kurt Hahn doch noch etwas über Angelika durch einen Bericht in einer Zeitschrift. Das war der gleiche Bericht, den Tebo am 16.7.2013 unter dem Titel „Zeitungsbericht über Angelika Meissner“ in diesem Thread über Angelika Meissner eingestellt hat. Kurt Hahn bringt den Bericht im Buch ab Seite 144 wiederum als einen Einschub. Ich gebe hier aber nur den Link zu Tebos Post an, ohne den ganzen Text aus dem Buch noch einmal einzufügen:

viewtopic.php?t=2207

Ich habe den Text im Buch genau verglichen mit Tebos Text und dabei festgestellt, dass einige Sätze im Buch fehlen. Außerdem sind auch einige wenige Sätze bei Kurt Hahn sprachlich geringfügig etwas anders formuliert als in Tebos Text. Beides hat meiner Meinung nach aber keine Auswirkungen auf die wesentlichen Aussagen des Artikels.

Interessant ist aber, was Kurt Hahn nach dem Zitat des Berichts noch kommentierend hinzufügt, weshalb ich das jetzt wieder vollständig wiedergebe (Seite 147f):

Soweit der Bericht, den ich ja selbst etwas miterlebt hatte. So hatte Angelika sich bei meinem letzten Besuch - zu ihrem einundzwanzigsten Geburtstag - sehr darüber beklagt, daß ihre Mutter nichts von ihrer älteren Freundin halte (gemeint ist wohl die Frau, die beim ersten Rendezvous 1959 mit dabei war, FAN7048). »Diese Frau entfremdet mir meine Tochter«, hatte Frau Meissner behauptet.
Ich hatte Angelika dabei in die Augen gesehen und gesagt:
»Das ist ganz schöner Mist, nicht?« und Angelika hatte nur stumm dazu genickt.
Arme, kleine, süße Angelika! Du hast so wenig Glück gehabt und hast doch anderen so viel gegeben: Durch die Filme, in denen Du mitspieltest und insbesondere mir, durch die Begegnung mit Dir! Nie werde ich den Augenblick vergessen, als Du mir im Cafe Berlin entgegenkamst. Es war einer der schönsten Augenblicke meines Lebens ...
Und manchmal - in stillen Stunden - höre ich noch Deine Stimme,
die in dem Film »Die Mädels vom Imrnenhof« leise singt:

»Die Rehlein bleiben stehen,
dreh'n sich um, schau'n dich an,
der Wind hört auf zu wehen,
daß dein Herz dich hören kann.
In deinen Augen steht geschrieben, daß du und ich, wir zwei uns lieben, heut' und morgen alle Zeit,
du und ich in Ewigkeit,
heut' und morgen, alle Zeit,
du und ich in Ewigkeit ... «

Und noch einmal erfährt Kurt Hahn etwas über Angelika Meissner aus einem weiteren Artikel, den er 1967 in einem Magazin fand, wahrscheinlich im März 1967, auf jeden Fall aber vor dem 1. April 1967, was sich aus dem Text ergibt, der dem Zitat vorangeht. Das Zitat beginnt auf Seite 168:

Doch bevor ich davon berichte, sei hier noch ein Teil des Textes, den ich in diesen Tagen in einem Magazin fand, wiedergeben. Der Text befaßt sich mit …... Angelika, meiner ersten Filmliebe.

Angelika Meißner-Völkner, einst Deutschlands beliebtester Kinderstar, will nie wieder vor der Kamera stehen.

»Noch einmal filmen?« Die junge Dame, die mir in einem Berliner Cafe gegenübersitzt, schüttelt energisch den Kopf. »Auf gar keinen Fall. Schon die Erinnerung an die Zeit damals verursacht mir Unbehagen.« Was ihr lästige Reminiszenz, birgt für Millionen deutscher Kinobesucher die Erinnerung an schöne Stunden: Der deutsche Nachkriegsfilm. Es gab kaum einen großen Leinwanderfolg in den Jahren zwischen 1948 und 1959, an dem sie nicht beteiligt war: Angelika Meißner-Völkner.

Heute kennen nur noch wenige ihren Namen, Ruhm verblaßt schnell. Vor allem Filmruhm. Die Gunst des Publikums ist launisch wie eine Diva. Und vergeßlich. Nur wenn gelegentlich einer der alten Spielfilme über die Bildschirme flimmert, erwacht kurz die Erinnerung: Angelika Meißner-Völkner? War das nicht dieses nette, sympathische Mädchen? Sie war es - vor zehn Jahren das umschwärmte Filmmädchen, der umjubelte Kinderstar, der einen Film nach dem anderen drehte: »Nachtwache«, »Vater braucht eine Frau«, »Die Mädels vom Immenhof«, »Ferien auf dem Immenhof«, - um nur einige zu nennen.

Als ihre Karriere von einem Tag zum anderen beendet war, da stellte sie enttäuscht fest, daß es verschenkte Jahre gewesen waren: Von dem Geld, das Angelika verdient hatte, war nichts übrig geblieben. Im Gegenteil: Gegen ihre Mutter, die sie in all den Jahren von Atelier zu Atelier geschleppt hatte, kam es wegen hoher Schulden zu einem Prozeß. Angelika hatte genug. Sie wollte neu anfangen, endlich ein normales Leben führen. »Ich hatte die Nase voll von diesem ganzen Rummel beim Film. Man findet nicht zu sich selbst. Man lebt in einer Scheinwelt, in der alle sich etwas vormachen, in der Traumschlösser gebaut und zerstört werden.«

Was Angelika heute baut, hat mit den Traumschlössern des Films nichts mehr zu tun: Es sind hübsche kleine Einfamilienhäuser in Berlin. Sie ist Architektin geworden, angestellt in einem Berliner Architekturbüro, eine charmante, zierliche und noch immer ein bißchen kindlich wirkende Dame, die statt von ihren Wünschen und Hoffnungen von gestern lieber über die Realitäten von heute spricht.

»Mein Studium auf der Werkkunstschule Berlin war die schönste Zeit meines Lebens«, schwärmt sie. »Darnals, während des Studiums, konnte ich wenigstens ein bißchen meine Jugendzeit nachholen! Ich bin froh, daß ich mit der Filmerei nichts mehr zu tun habe, daß ich unabhängig bin.«

Unabhängig auch von einem Mann. »Wenn ich eines Tages heirate«, sagt sie, »dann nur einen Mann, der mir meinen Beruf und meine Freiheit läßt.«


Diesen Magazinartikel habe ich hier im Forum nicht gefunden, aber es ist möglicherweise der gleiche Artikel, der im Immenhof-Museum hängt, und den Pony-Fan kurz in ihrem Post vom 5.10.2015 19:32 Uhr unter dem Titel „Re: Immenhof-Filmpreis 19. September 2015“ erwähnt:

Pony-Fan hat geschrieben:Übrigens hängt im Immenhof-Museum ein interessanter Zeitungsartikel mit einem Interview mit Angelika Meissner von ca. 1965-1967. Ein genaues Datum wird nicht genannt, nur, dass die Immenhof-Filme schon vor 10 Jahren gedreht wurden. Mit Bildern von Angelika Meissner, als Architektin arbeitend an einem Schreibtisch. Sie erzählt davon, dass sie ihre Tätigkeit in der Filmbranche völlig hinter sich gelassen hat. Mich hat dieser Artikel sehr überrascht – ich war davon ausgegangen, dass sie sich nach dem Abbruch ihrer Filmkarriere nie mehr in der Öffentlichkeit gezeigt hat.


Wie Kurt Hahn ja schreibt, hat er nur einen Teil von diesem Text in seinem Buch wiedergegeben. Der weggelassene Teil wäre aber sicher auch für uns interessant. Wenn es der gleiche Artikel ist wie der im Immenhof-Museum: Hat jemand den Artikel bei einem Immenhof-Museums-Besuch eventuell fotografiert und kann hier etwas ergänzen?

Interessant wäre auch zu wissen: Wie heißt eigentlich das Magazin, in dem der Text abgedruckt ist? Weder bei Kurt Hahn noch bei Tebo findet man Namensangaben zu den Magazinen/Zeitschriften/Zeitungen. Und ist es der gleiche Verlagstitel, in dem auch der von Tebo hier im Forum wiedergegebene Artikel erschienen ist, den ich oben verlinkt habe?

Meine persönliche Einschätzung nach diesen weiteren Informationen aus dem Kurt-Hahn-Buch über Angelika Meissner:

Ich glaube, die entscheidenden Sätze zum Verständnis von Angelika stehen in dem ersten Zeitungsartikel, den Tebo schon früher im Forum eingestellt hatte:

Was aber viel schlimmer war: sie brachte ihrer Tochter Angelika, damals noch im zarten und beeinflussbaren Alter von 10 Jahren, bei, der ganzen übrigen Welt, einschließlich ihrem eigenen Vater, gründlich zu misstrauen und nur die Spleens ihrer Mutter für richtig, wahr und edel zu halten.
Angelika hat sich nie wieder von dieser Erziehung erholt.


Durch das psychische Abhängigkeitsverhältnis zu ihrer Mutter, in das die Mutter Angelika aus egoistischen Gründen gebracht hatte, was einen schweren seelischen Mißbrauch darstellt, und das in einer traumatischen Enttäuschung für Angelika endete, war Angelika in ihrer Fähigkeit, dauerhafte Beziehungen einzugehen, insbesondere eine Ehe, für immer schwer geschädigt. In der Ehe befürchtete sie anscheinend in ein Abhängigkeitsverhältnis zu geraten, ähnlich wie in das zu ihrer Mutter. Die Ehe als eine Art Freiheitsberaubung, ein seelisches Gefängnis. Zu einem andern Menschen ein bedingungsloses Vertrauen aufzubauen, war für Angelika nach den bösen Erfahrungen mit ihrer Mutter wahrscheinlich nicht mehr möglich.

Man beachte, dass Angelika zur Zeit des zitierten Zeitungsartikels von 1967 immerhin im 28. Lebensjahr stand und zu diesem Zeitpunkt offensichtlich nicht verheiratet war. Heidi Brühl hat am 28.12.1964 geheiratet; sie war damals knapp 23 Jahre alt.

Das alles würde auch Angelikas absolute Zurückhaltung bei Fragen nach ihrem Privatleben erklären, welche sie ja sogar gegenüber ihrem famliären Umfeld geübt hat, denn eine der Fragen, die ein anderer ihr gestellt hätte, wäre sicher immer die Frage nach einer Beziehung bzw. Ehe gewesen. Dem wollte sie wohl von vornherein ausweichen, damit nicht an ihre seelische Verletzung in diesem Punkt gerührt werden konnte.

Soviel fürs Zweite. Auf eure Ergänzungen und Meinungen dazu freue ich mich natürlich schon.

Liebe Grüße
Euer FAN7048
Zuletzt geändert von FAN7048 am Mo 20.Jan.2020 16:56, insgesamt 2-mal geändert.
]e bedeutsamer etwas ist, desto weniger Aufhebens sollte man davon machen (sagt Angelika Meissner).
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Re: Ein Rendezvous mit Angelika Meissner

Beitragvon martin53 » Mo 30.Dez.2019 3:26

Lieber FAN7048,
vielen Dank für deine Mühe, uns allen aus Kurt Hahns Buch zu zitieren. Ich bin mir sicher, dass du damit einigen von uns Angelika Meissner-Fans etwas sehr Gutes gegeben hast.
Kannst du uns verraten, ob man den Roman "… und jede war anders" von 1984 unter dem Pseudonym Hans Nahkurth noch irgendwo kaufen kann?
Liebe Grüße
Martin
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